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Die Zeit: Das Geld tut nix (5 June 2014)
Sie beginnt in München, bei BMW. Der Autobauer hat im vergangenen Jahr kräftig investiert: in neue Maschinen für die Produktionsstätten in Leipzig und Landshut etwa, in ein Motorenwerk in China. Weltweit hat der Konzern fast sieben Milliarden Euro ausgegeben, fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Geschäfte gehen gut, neue Modelle gelangen auf den Markt. Trotzdem kommt BMW praktisch ohne neue Kredite aus, das Unternehmen finanziert die Investitionen weitgehend aus eigener Kraft.

Die meisten deutschen Unternehmen geben deutlich weniger aus, als sie einnehmen. Im Jahr 2012 belief sich der Überschuss des Unternehmenssektors nach Angaben der Bundesbank auf 13,2 Milliarden Euro. Ganz ähnlich ist die Lage in den anderen großen Industrieländern. In den USA etwa haben Technologiegiganten wie Microsoft oder Google riesige Barreserven angehäuft. Allein Apple kann Schätzungen zufolge über rund 150 Milliarden Dollar verfügen - das entspricht in etwa dem jährlichen deutschen Sozialetat. "Die Unternehmen sitzen auf Bergen von Geld", sagt David Milleker, Chefvolkswirt der Frankfurter Fondsgesellschaft Union Investment.

Für die Sparer ist das keine gute Nachricht. Denn in normalen Zeiten leben Privathaushalte und Unternehmen in einer Art symbiotischen Beziehung. Die Haushalte geben weniger aus, als sie einnehmen, und deponieren ihr überschüssiges Geld bei der Bank. Die Unternehmen leihen es sich aus, um Maschinen anzuschaffen oder neue Produkte zu entwickeln. Aus den Erträgen bezahlen sie den Kredit mit Zinsen zurück.



A society committed to the notion that government is always bad will have bad government. And it doesn't have to be that way. — Paul Krugman
by Migeru (migeru at eurotrib dot com) on Thu Jun 5th, 2014 at 05:30:52 AM EST
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